Teamcheck: Japan
MSP · Folge  · #62  · 01.06.18  · 6 Min. 10 Sek.

Teamcheck: Japan

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Beschreibung

Seit seiner erstmaligen WM-Qualifikation 1998 war Japan in jeder der darauf folgenden Weltmeisterschaften dabei. Nachdem vor 4 Jahren in Brasilien nach 3 sieglosen Spielen bereits nach der Gruppenphase Schluß war, versuchen die Japaner nun an ihren Achtelfinal-Erfolg von 2010 in Südafrika anzuknüpfen.

Text: Kevin Kaschner (90PLUS)

Der Weg zur WM:
Als Gruppenerster qualifizierte sich Japan für die WM, allerdings nicht ohne ein paar unerwartete Probleme. Zu Beginn der Qualifikation gewann Japan die meisten Spiele deutlich. Allerdings konnte sie die Spiele gegen den vermeintlich schwächeren Konkurrenten Irak im ersten Spiel nur knapp mit 2:1 gewinnen und im Rückspiel reichte es nur für ein 1:1 unentschieden. Auch in weiteren Testspielen kam gegen Mali nur ein 1:1 unentschieden
und gegen die Ukraine eine 1:2 Niederlage zustande. Die Konsequenz, ein Trainerwechsel kurz vor dem Turnier soll neuen Schwung bringen.

Der Star:
Wer ist der Star bei den Blue Samurai? Ohne Frage dürfte das Shinji Kagawa sein. Er ist bei Borussia Dortmund neben Mario Götze der Motor im Mittelfeld. Problem ist nur, durch eine Knöchelverletzung konnte er lediglich 19 Spiele in der vergangenen Bundesliga-Saison absolvieren. Seine WM-Teilnahme ist fraglich. Deshalb ist Keisuke Honda der erfahrenste und beste Spieler der Japaner. Der Mittelfeldspieler wechselte 2017 vom AC Mailand zum mexikanischen Primera Division-Club CF Pachuca. Dort erzielte er in der vergangenen Saison 10 Tore. Mit 36 Toren für die japanische Nationalmannschaft ist er mit Abstand der effektivste Spieler zur Zeit. Der Routinier wird mit seiner Erfahrung und seiner Torgefährlichkeit garantiert der Schlüsselspieler der Japaner.

Der mögliche Shooting-Star:
Die Anwesenheit mehrerer erfahrener Spieler wie Honda, Sakai und Hasebe könnte Yuya Kubo nutzen. Der 24-jährige Mittelstürmer des belgischen Klubs KAA Gent könnte in Russland die Geheimwaffe der Japaner werden. Durch seine Technik und Schusskraft ist er nicht nur aus dem Spiel heraus jederzeit brandgefährlich, auch bei Standards ist er immer für eine Überraschung gut und nie zu schüchtern auch mal frech direkt aufs Tor zu schießen. Auch in Zweikämpfen zeigt sich Kubo dominant. In Zusammenarbeit mit den Routiniers im Mittelfeld könnte sich Yuya Kubo zu einem explosiven Stürmer im Turnier entwickeln.

Der Trainer:
Für Trainer Vahid Halilhodzic ist nach drei Jahren in Japan kurz vor der WM bereits Schluss. Mitte April löste der japanische Fußballverband nur zwei Monate vor WM-Start den Vertrag des 65- jährigen Bosniers auf. Grund hierfür war die schlechte Leistung der Japaner in den letzten Qualifikations- sowie Testspielen. Übernehmen wird der ehemalige Nationalspieler Akira Nishino, der bereits die U20 und U23 der Japaner trainierte. 1996 führte er die U23 zu dem historischen 1:0 -ieg gegen Brasilien. Brasilien hatte damals unter anderem Größen wie Ronaldo und Roberto Carlos im Kader. Er kennt das Team und ist mit den Abläufen im Verband bestens vertraut. Sein
Ziel ist das Erreichen der K.O.-Phase.

Stärken & Schwächen:
Der Kader der Japaner ist besetzt mit jeder Menge erfahrener Spieler aus der Bundesliga, sowie anderen Top-Ligen der Welt. Dazu kommen einige junge Talente die von der Erfahrung der anderen profitieren können. Die Mischung findet sich in allen Bereichen, sodass in allen Aspekten des Spiels sowohl erfahrene als auch talentierte Spieler zum Einsatz kommen sollten. Das große Problem werden allerdings die Umstellungen des neuen Trainers Akira Nishino sein. Nicht nur was den Kader angeht, bei dem es sicherlich einige Änderungen im Vergleich zum Kader des alten Trainers geben wird. Auch die Taktik dürfte sich noch einmal drastisch ändern. Nishino steht für traditionellen japanischen Fußball, wohingegen zuvor eine eher europäische Spielart vorgelebt wurde. Es bleibt abzuwarten, ob die Spieler das neue System schnell genug umsetzen können.

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